- Die Fahrerlaubnis erteilt allein die Fahrerlaubnisbehörde; Voraussetzung ist eine theoretische und eine praktische Prüfung (§ 15 Abs. 1 FeV).
- Abgenommen wird sie von einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer (§ 15 Abs. 5 FeV), nicht von einem Verkäufer.
- Der amtliche Weg kostet nach dem ADAC (Stand April 2025) zwischen 2.466 und 4.476 Euro; ein „Führerschein“ für wenige hundert Euro kann deshalb nur eine Fälschung oder ein Betrug sein.
- Strafrahmen als Obergrenzen: § 267 StGB bis fünf Jahre, § 276 StGB bis zwei Jahre, § 21 StVG bis ein Jahr, jeweils oder Geldstrafe.

Was die Anzeigen versprechen
Die Texte ähneln sich: kein Test, keine Fahrschule, Lieferung in wenigen Tagen, Eintrag beim Kraftfahrt-Bundesamt, Zahlung per Überweisung, Kryptowährung oder Gutscheinkarte. Berichtet wird von Angeboten auf Websites im Ausland, im Darknet und in WhatsApp-Gruppen. Medien haben auch einen Selbsttest dokumentiert: Ein YouTuber bestellte eine Fälschung für rund 590 Euro, per DHL kam ein Plastikkärtchen. Das ist eine Medienmeldung, keine amtliche Feststellung. Die Seite bussgeldkatalog.org nennt Preise ab etwa 500 Euro als Warnzeichen, weil der echte Führerschein deutlich mehr kostet.
So läuft die Masche ab
- Der Köder. Eine Anzeige oder ein Chat verspricht den Führerschein „ohne Prüfung“, oft mit dem Zusatz „registriert“. Kontakt gibt es meist nur über WhatsApp; ein Impressum fehlt, die Texte enthalten Fehler (so beschreibt es der ADAC).
- Die Daten. Der Verkäufer fragt nach Passfoto, Ausweiskopie, Unterschrift und Anschrift, angeblich für die Anmeldung beim Amt.
- Die Anzahlung. Gezahlt wird im Voraus, per Überweisung, Kryptowährung oder Gutscheinkarte. Die Verbraucherzentrale beschreibt dasselbe Muster bei Fake-Shops: Am Ende bleibt nur Vorkasse übrig.
- Die Nachforderung. Es folgen angebliche Zoll-, Versand- oder Freischaltgebühren. Jede Zahlung macht den Ausstieg teurer.
- Das Ende. Entweder kommt nichts mehr, oder eine Karte, die in keinem Register steht.
- Die Spätfolgen. Ihre Ausweisdaten bleiben beim Verkäufer, und wer die Karte benutzt, begeht mit jeder Fahrt eine neue Straftat.
Versprechen und amtlicher Weg im Vergleich
| Punkt | Was Anzeigen sagen | Was gilt tatsächlich |
|---|---|---|
| Wer stellt aus | „Wir besorgen ihn“ | Die Fahrerlaubnisbehörde; das KBA führt nur das Register |
| Prüfung | Keine, oder „nur eine Formalität“ | Theorie und Praxis bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer (§ 15 FeV) |
| Vorbereitung | Keine Fahrschule nötig | Fahrschule, Sehtest bei einer anerkannten Sehteststelle (Bescheinigung höchstens zwei Jahre alt, § 12 FeV), Erste-Hilfe-Kurs mit mindestens neun Einheiten zu je 45 Minuten (§ 19 FeV) |
| Register | „KBA-registriert“ | Eintrag ins Zentrale Fahrerlaubnisregister, gemeldet von der Behörde nach der Erteilung |
| Kosten | Einige hundert Euro | 2.466 bis 4.476 Euro insgesamt, darin 38 bis 70 Euro Behördengebühr je nach Bundesland (ADAC, Stand April 2025) |
| Ergebnis | „Echter Führerschein“ | Eine Fahrerlaubnis, die Polizei und Behörden abfragen können |
Warum „KBA-registriert“ nichts beweist
Das Kraftfahrt-Bundesamt führt ein zentrales Register, aber ein Händler kann dort nichts eintragen. Die Einzelheiten stehen auf der Seite „KBA-registriert“: die Lüge erklärt.
Zwei-Minuten-Check vor jeder Zahlung
- Steht „ohne Prüfung“ oder „ohne Fahrschule“ im Angebot? Dann ist die Frage entschieden.
- Erreichen Sie den Anbieter nur über WhatsApp oder Telegram, und fehlt ein Impressum?
- Wird Vorkasse per Überweisung, Krypto oder Gutschein verlangt?
- Liegt der Preis bei wenigen hundert Euro, obwohl die Fahrschule allein ein Mehrfaches kostet?
- Zeigt der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale Gelb oder Rot? Grün ist kein Echtheitsbeweis; bei Führerscheinen ist schon das Angebot das Problem.
Ein einziges Ja genügt, um abzubrechen.
Was droht: Strafrecht, Fahrerlaubnis, Arbeit, Identität
Strafrecht
Wer eine unechte Urkunde zur Täuschung im Rechtsverkehr gebraucht, wird nach § 267 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft; schon der Versuch ist strafbar. Wer sich einen falschen amtlichen Ausweis verschafft, riskiert nach § 276 StGB bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe. Wer ohne Fahrerlaubnis fährt, begeht nach § 21 StVG eine Straftat mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Für Verkäufer sieht § 267 Abs. 3 StGB bei gewerbsmäßigem Handeln oder in einer Bande sechs Monate bis zehn Jahre vor. Das sind Höchstgrenzen, keine Regelstrafen; was im Einzelfall herauskommt, entscheidet das Gericht. Ein Überblick steht unter Urkundenfälschung: die Rechtslage (geprüft am 5. Oktober 2026).
Fahrerlaubnis
Die gekaufte Karte begründet keine Fahrerlaubnis. Wer mit ihr fährt, fährt ohne, und die Karte wird nach Angaben von bussgeldkatalog.org eingezogen. Entzug, Sperrfrist oder eine angeordnete MPU, die manche Käufer umgehen wollen, bleiben bestehen; über eine Neuerteilung entscheidet nur die Behörde.
Arbeit und Versicherung
Der LapID-Blog weist darauf hin, dass die Versicherung bei einem Unfall mit gefälschtem Führerschein nicht zahlt und dass Fuhrparkverantwortliche den Original-Führerschein kontrollieren müssen. Wer beruflich fährt, riskiert also nicht nur ein Strafverfahren, sondern auch den Streit um den Schaden.
Missbrauch Ihrer Ausweisdaten
Eine Ausweiskopie darf nach § 20 Abs. 2 PAuswG nur so angefertigt werden, dass sie als Kopie erkennbar ist, und andere als der Inhaber dürfen sie nicht an Dritte weitergeben. Ein Betrüger hält sich daran nicht, und zurückholen lässt sich eine verschickte Kopie nicht. Beobachten Sie deshalb Konten und Post (Schritte nach der Zahlung).
Mythos und Fakt
| Mythos | Fakt |
|---|---|
| „Aus Polen oder Tschechien bekomme ich ihn ohne Prüfung.“ | Auch dort sind Prüfung und ein Wohnsitznachweis nötig (bussgeldkatalog.org). Nach dem ADAC verlangt der Wohnsitz mindestens 185 Tage im Jahr im Ausstellungsstaat; wer in Deutschland wohnt, dessen Schein erkennt § 28 Abs. 4 Nr. 2 FeV nicht an. |
| „Er steht im KBA-System, also ist er echt.“ | Ins Zentrale Fahrerlaubnisregister melden Fahrerlaubnisbehörden, kein Händler. |
| „Ich kaufe nur und fahre nicht, dann passiert nichts.“ | Schon das Verschaffen eines falschen amtlichen Ausweises ist nach § 276 StGB strafbar. |
| „Per Überweisung ist es sicher.“ | Nach der Verbraucherzentrale ist Geld, das per Vorkasse floss, kaum zurückzuholen; Lastschriften lassen sich bis zu acht Wochen zurückgeben. |
Der legale Weg
Klasse B gibt es ab 18 Jahren, mit Begleitetem Fahren ab 17. Dazwischen liegen Fahrschule, theoretische und praktische Prüfung. Der Ablauf steht in Führerschein machen; was er kostet, steht dort ebenfalls.
Wer hilft
| Anliegen | Stelle |
|---|---|
| Geld überwiesen | Ihre Bank, sofort; danach Anzeige über die Online-Wache |
| Shop oder Anbieter prüfen | Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale |
| Fragen zum eigenen Führerschein | Die Fahrerlaubnisbehörde, die ihn erteilt hat |
| Eigene Strafbarkeit | Rechtsanwalt, bevor Sie sich gegenüber der Polizei äußern |
Häufige Fragen
Was kostet ein echter Führerschein der Klasse B?
Der ADAC nennt für Klasse B insgesamt 2.466 bis 4.476 Euro (Stand April 2025). Darin stecken Fahrschule, Prüfungsgebühren, Erste-Hilfe-Kurs, Sehtest, Foto und die Behördengebühr. Die Preise legen Fahrschulen fest und unterscheiden sich je nach Region.
Wie viel kostet ein gefälschter Führerschein?
Einen verlässlichen Marktpreis gibt es nicht, nur Berichte: Ein Selbsttest in den Medien nennt rund 590 Euro. Entscheidend ist ohnehin etwas anderes: Das Geld erkauft keine Fahrerlaubnis, sondern ein Strafverfahren, sobald die Karte benutzt wird.
Gibt es einen Weg, nach Entzug oder MPU wieder an den Führerschein zu kommen?
Nur über die Fahrerlaubnisbehörde. Ein gekaufter Führerschein hebt Entzug, Sperrfrist oder eine angeordnete MPU nicht auf. Fragen zur Neuerteilung klären Sie bei der Behörde oder mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht.
Ist es legal, einen Führerschein online zu kaufen?
Nein. Ein echter Führerschein wird nur von der Fahrerlaubnisbehörde erteilt. Was online verkauft wird, ist eine Fälschung oder kommt nie an, und der Gebrauch einer Fälschung kann eine Urkundenfälschung sein.
Kann man einen Führerschein ohne Prüfung bekommen?
Nein. Die theoretische und die praktische Prüfung gehören zum Erwerb. Ausnahmen gibt es nur für das Umschreiben bestimmter, bereits erteilter ausländischer Fahrerlaubnisse; dort entscheidet die Fahrerlaubnisbehörde.
Woran erkenne ich einen Betrug?
An Versprechen wie „ohne Prüfung“ oder „KBA-registriert“, an Vorkasse, am Kontakt nur über Messenger und an Preisen im mittleren dreistelligen Bereich. Mehr auf der Seite Warnsignale.
Quellen und offizielle Links
- § 267 StGB Urkundenfälschung (gesetze-im-internet.de)
- § 276 StGB Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen
- § 21 StVG Fahren ohne Fahrerlaubnis
- § 10 FeV Mindestalter
- § 15 FeV Fahrerlaubnisprüfung
- § 12 FeV Sehvermögen
- § 19 FeV Schulung in Erster Hilfe
- § 28 FeV Fahrerlaubnisse aus dem EU- und EWR-Ausland
- Kraftfahrt-Bundesamt: Zentrales Fahrerlaubnisregister (ZFER)
- ADAC: Führerschein kaufen ohne Prüfung, ist das legal?
- ADAC: Führerschein Klasse B, Kosten (Stand April 2025)
- LapID-Blog: Was passiert beim Fahren mit gefälschtem Führerschein?
- bussgeldkatalog.org: Führerschein kaufen
- Verbraucherzentrale: Wie erkenne ich Fakeshops im Internet?
- Verbraucherzentrale: Fakeshop-Finder
- § 20 PAuswG Verwendung des Ausweises, Ablichtung