Betrugswarnung

Gefälschter Führerschein: wie er auffliegt und was droht

Kurzantwort: Ein gefälschter Führerschein ist eine Karte, die einem echten Dokument ähnelt, aber auf keiner Fahrerlaubnis beruht. Wer ihn zur Täuschung benutzt, kann nach § 267 StGB mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden; auch wer ohne Fahrerlaubnis fährt, macht sich strafbar.

Zuletzt geprüft: · Von Mark Dent

Das gilt bei einer Fälschung
  • Zwei Taten können zusammenkommen: Urkundenfälschung (§ 267 StGB) und Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG).
  • Für gewerbsmäßig oder in einer Bande Handelnde sieht § 267 Abs. 3 StGB sechs Monate bis zehn Jahre vor; die Anbieter trifft das härter als Käufer.
  • Der LapID-Blog nennt als Folge eines Unfalls, dass die Versicherung nicht zahlt.
Muster des deutschen EU-Kartenführerscheins mit Beispieldaten Erika Mustermann
So sieht ein echter deutscher Kartenführerschein aus: Muster mit Beispieldaten (Erika Mustermann). Wie eine Karte aussieht, beweist nichts; maßgeblich ist der Eintrag im Zentralen Fahrerlaubnisregister. Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Zwei Sorten von Fälschungen

Es gibt zum einen komplette Fälschungen, die als „echter, registrierter“ Führerschein verkauft werden. Zum anderen gibt es verfälschte echte Führerscheine, bei denen Daten, Klassen oder Gültigkeit verändert wurden. Beides ist eine unechte oder verfälschte Urkunde im Sinne des § 267 StGB.

Warum Fälschungen auffliegen

  • Polizei und Behörden vergleichen Daten mit ihren Registern; eine Fälschung hat dort keinen Eintrag.
  • Geschulte Kontrolleure erkennen Sicherheitsmerkmale, die Nachbauten oft nicht treffen. Auch Fälschungen aus dem EU-Ausland fallen nach bussgeldkatalog.org sofort auf.
  • Arbeitgeber und Autovermietungen prüfen den Führerschein bei Dienstwagen, Flottenfahrern und Mietverträgen.

Das Risiko trägt der Käufer, nicht der Verkäufer.

Was droht: die Vorschriften

VorschriftInhaltHöchstmaß
§ 267 StGBUnechte Urkunde herstellen, echte verfälschen oder gebrauchen; Versuch strafbar5 Jahre oder Geldstrafe; 6 Monate bis 10 Jahre in besonders schweren Fällen (Abs. 3), etwa gewerbsmäßig oder als Bande
§ 276 StGBSich oder anderen einen falschen amtlichen Ausweis verschaffen2 Jahre oder Geldstrafe; 3 Monate bis 5 Jahre bei gewerbsmäßiger oder Bandentat
§ 21 Abs. 1 Nr. 1 StVGFahren ohne Fahrerlaubnis1 Jahr oder Geldstrafe

Die Tabelle nennt Obergrenzen (Gesetzestexte geprüft am 5. Oktober 2026). Welche Strafe im Einzelfall verhängt wird, hängt von Tat, Vorgeschichte und Gericht ab. Auch das Verkaufen und Herstellen ist strafbar; die Anbieter tragen ein höheres Risiko als die Käufer, entkommen aber oft im Ausland.

Folgen außerhalb des Strafrechts

  • Karte und Fahrerlaubnis: Die Fälschung ist wertlos und wird eingezogen (bussgeldkatalog.org). Ein bestehender Entzug oder eine MPU-Anordnung ändert sich dadurch nicht.
  • Unfall: Nach dem LapID-Blog zahlt bei einem Unfall die Versicherung nicht.
  • Dienstwagen und Flotte: Wer Fahrzeuge überlässt, muss den Original-Führerschein kontrollieren; Kopien reichen nicht. Fuhrparkverantwortliche, die das unterlassen, verletzen laut LapID ihre Aufsichtspflicht nach § 130 OWiG.
  • Ausweisdaten: Wer die Fälschung bestellt hat, hat Ausweiskopie und Foto herausgegeben (Folgen und Schritte).

Wenn Sie als Arbeitgeber oder Vermieter prüfen müssen

  1. Lassen Sie sich den Originalführerschein zeigen, nie nur eine Kopie oder ein Foto.
  2. Prüfen Sie Namen, Foto und Klassen gegen den Ausweis.
  3. Haben Sie Zweifel, fragen Sie die zuständige Fahrerlaubnisbehörde; einen öffentlichen Online-Check für Dritte haben wir nicht gefunden (offizielle Prüfung).
  4. Halten Sie fest, wann Sie kontrolliert haben; das belegt, dass Sie Ihre Pflicht erfüllt haben.

Was Sie tun können, wenn Sie eine Fälschung besitzen

Wer eine Fälschung gekauft, aber nicht benutzt hat, sollte rechtlichen Rat einholen, bevor er sich äußert. Der Gebrauch ist der Punkt, an dem § 267 greift, und jede Fahrt ohne Fahrerlaubnis ist eine eigene Tat nach § 21 StVG. Opfer von Vorkassebetrug lesen Betrug melden. Den legalen Weg beschreibt Führerschein machen.

Häufige Fragen

Ist ein gefälschter Führerschein strafbar?

Der Gebrauch einer gefälschten Urkunde kann nach § 267 StGB mit bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft werden, auch der Versuch. Das Verschaffen eines falschen amtlichen Ausweises fällt unter § 276 StGB.

Gilt ein Spaßführerschein als legal?

Eine Karte, die einem echten Führerschein täuschend ähnelt, kann eine unechte Urkunde sein, wenn sie zur Täuschung benutzt wird. Verlassen Sie sich nicht auf den Hinweis „nur zur Dekoration“.

Kann ein gefälschter Führerschein registriert werden?

Nein. Das Zentrale Fahrerlaubnisregister enthält Fahrerlaubnisse, die Behörden erteilt haben. Ein Händler kann dort nichts eintragen.

Zahlt die Versicherung bei einem Unfall mit gefälschtem Führerschein?

Nach dem LapID-Blog nicht. Zusätzlich drohen die Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Können beide Straftaten zusammen verfolgt werden?

Ja. Wer mit einem gefälschten Führerschein fährt, begeht nach bussgeldkatalog.org und LapID sowohl eine Urkundenfälschung als auch ein Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Was müssen Arbeitgeber bei der Führerscheinkontrolle beachten?

Sie sollten den Original-Führerschein sehen, nicht eine Kopie. Fuhrparkverantwortliche, die darauf verzichten, verletzen laut LapID ihre Aufsichtspflicht nach § 130 OWiG.

Über den Autor
Geschrieben von Mark Dent auf Grundlage amtlicher Quellen, Gesetzestexte und öffentlicher Berichte. Wir verkaufen, stellen oder vermitteln keine Führerscheine oder anderen Dokumente und sind keine Behörde. Mehr dazu in den Redaktionsrichtlinien; einen Fehler melden Sie über den Kontakt.