Betrugswarnung

Sprachzertifikat kaufen: was die Berliner Ermittlungen zeigen und wie man Echtheit prüft

Kurzantwort: Wer ein Sprachzertifikat kauft, kauft eine Fälschung. Die Berliner Polizei ermittelte 2026 in mindestens 37 Fällen, in denen gefälschte Sprachzertifikate für Aufenthaltstitel gegen 1.000 bis 1.500 Euro geliefert worden sein sollen. Das Goethe-Institut bietet eine Echtheitsprüfung und fragt nie nach Ihren Mein-Goethe-Zugangsdaten.

Zuletzt geprüft: · Von Mark Dent

Die Berliner Ermittlungen in Zahlen (Polizei Berlin, 7. Juli 2026)
  • Fünf Beschuldigte (zwei Frauen, drei Männer), mindestens 37 Fälle seit Mai 2024.
  • Pro Fall 1.000 bis 1.500 Euro; gefälscht wurden Sprachzertifikate und Wohnungsgeberbestätigungen.
  • Etwa 50 Einsatzkräfte durchsuchten fünf Wohnungen und ein Geschäft; Festnahmen gab es dabei nicht.
  • Die Auswertung und die Ermittlungen dauern an.

Was die Berliner Polizei meldet

Die Berliner Polizei teilte in einer Pressemitteilung vom 7. Juli 2026 mit, fünf Beschuldigte sollten seit Mai 2024 in mindestens 37 Fällen vor allem Ausländer aus der Türkei gewerbsmäßig eingeschleust haben. Ihnen wird vorgeworfen, gegen Zahlungen von jeweils 1.000 bis 1.500 Euro insbesondere gefälschte Sprachzertifikate zur Erlangung nationaler Aufenthaltstitel bereitgestellt zu haben. Dazu kamen gefälschte Wohnungsgeberbestätigungen. Etwa 50 Einsatzkräfte durchsuchten sechs Objekte in Wedding, Kreuzberg und Lichterfelde; sichergestellt wurden nach der Mitteilung unter anderem Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich und Medikamente. Ermittelt haben die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Schleuser und das Landeskriminalamt. Es sind Tatvorwürfe; über sie ist noch nicht entschieden.

So läuft die Masche ab

  1. Der Bedarf. Für manche Verfahren wird ein Sprachnachweis verlangt, und genau diesen Nachweis boten die Beschuldigten laut Polizei gefälscht an.
  2. Das Paket. Laut Polizei lieferten die Beschuldigten nicht nur das Zertifikat, sondern auch eine gefälschte Wohnungsgeberbestätigung, also Unterlagen für den ganzen Antrag.
  3. Der Preis. 1.000 bis 1.500 Euro je Fall; die Zahlung geht an die Vermittler.
  4. Die Vorlage. Das Zertifikat kommt bei der Behörde auf den Tisch. Genau hier entsteht der Gebrauch einer unechten Urkunde.
  5. Die Entdeckung. Fällt die Fälschung auf, scheitert der Antrag, und ein Strafverfahren kann folgen.

Warum das für Käufer gefährlich ist

  • Wer das Zertifikat bei einer Behörde vorlegt, gebraucht eine unechte Urkunde. § 267 StGB sieht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor, schon der Versuch ist strafbar.
  • Ein Aufenthaltsverfahren kann scheitern, wenn die Behörde die Fälschung entdeckt.
  • Wer Namen, Fotos und Zahlungsdaten an Verkäufer gegeben hat, kann sie nicht zurückholen.

Höchstgrenzen sind keine Regelstrafen, die Rechtslage steht unter Urkundenfälschung (geprüft am 5. Oktober 2026).

So prüft man ein Goethe-Zertifikat

Das Goethe-Institut bietet eine Online-Verifikation von Zertifikaten unter verify.goethe.de an. Beim Abruf am 5. Oktober 2026 lud die Seite ohne sichtbare Eingabefelder, deshalb beschreiben wir die einzelnen Schritte nicht; sie stehen auf der Seite des Instituts. Zugang zu einem echten Zertifikat gibt es nur durch die eigene Prüfung beim Anbieter.

Andere Anbieter

Für telc, TestDaF oder den Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ, über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) gelten die Verfahren des jeweiligen Anbieters. Fragen Sie bei diesem nach der Prüfmöglichkeit; wir haben sie nicht einzeln geprüft und nennen deshalb keine Einzelheiten.

Zwei-Minuten-Check bei einem Zertifikats-Angebot

  • Soll das Zertifikat ohne eigene Prüfung entstehen? Dann ist es nicht echt.
  • Kommt das Angebot aus einem Chat oder von einer Vermittlerin, nicht vom Prüfinstitut?
  • Wird zusätzlich eine „Wohnungsgeberbestätigung“ oder ein anderes Papier angeboten? In Berlin gehörte genau das zum Paket.
  • Wird im Voraus gezahlt, und liegt der Preis im vierstelligen Bereich?

Der legale Weg

Prüfungen können wiederholt werden, und Kurse bereiten vor. Wer Geld an Betrüger gezahlt hat, findet die Schritte unter Betrug melden. Zum Zusammenhang mit Aufenthaltstiteln: gefälschter Aufenthaltstitel.

Häufige Fragen

Kann man ein Goethe-Zertifikat prüfen?

Das Goethe-Institut bietet eine Online-Verifikation unter verify.goethe.de an. Die Schritte stehen auf der Seite des Instituts.

Fragt das Goethe-Institut nach Mein-Goethe-Zugangsdaten?

Nein. Das Institut nennt es ein Warnsignal, wenn Anbieter nach den Zugangsdaten fragen.

Was kostet ein gefälschtes Sprachzertifikat?

Die Berliner Polizei nennt in ihren Ermittlungen Zahlungen von jeweils 1.000 bis 1.500 Euro. Käufer riskieren damit Strafverfahren und das Scheitern ihres Verfahrens.

Über den Autor
Geschrieben von Mark Dent auf Grundlage amtlicher Quellen, Gesetzestexte und öffentlicher Berichte. Wir verkaufen, stellen oder vermitteln keine Führerscheine oder anderen Dokumente und sind keine Behörde. Mehr dazu in den Redaktionsrichtlinien; einen Fehler melden Sie über den Kontakt.