Prüfungsbetrug

Theorieprüfung betrügen: Fälle und Folgen

Kurzantwort: Auch bei der Theorieprüfung gibt es Betrugsdienste: Kandidaten erhalten verdeckt Hilfe von aussen. Die Strassenverkehrsämter melden eine klare Zunahme, Ermittlungen liefen in Zürich, Bern und St. Gallen. Wer einen Ausweis durch falsche Bescheinigungen erschleicht, riskiert nach Art. 97 SVG bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Zuletzt geprüft: · Von Mark Dent

Verifiziert am 5. Oktober 2026 (Berichte von Streetlife)
  • Die Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) bestätigte laut Streetlife eine klare Zunahme erkannter und gemeldeter Betrugsfälle bei der Theorieprüfung.
  • Fälle im Bericht: Zürich (Juli 2023, drei Männer verhaftet, Betrieb seit Sommer 2022), St. Gallen (Juli 2023), Bern (Oktober 2023, zwei Männer verhaftet, Betrieb seit Juni 2021, 32 identifizierte Kandidaten).
  • Art. 97 Abs. 1 lit. d SVG: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Worum es geht

Die Theorieprüfung ist der Schritt, bei dem Kandidatinnen und Kandidaten am ehesten nach Abkürzungen suchen: Sie dauert 45 Minuten, besteht aus 50 Fragen und lässt höchstens 15 Fehlerpunkte zu. Anbieter von «Prüfungsservices» versprechen, dass man besteht, ohne zu lernen. Streetlife beschrieb 2023 und 2024, wie das abläuft: Kandidaten bekommen Technik an den Körper, im Einzelnen Hörer, Kamera und Übertragungsgerät, und eine Person ausserhalb des Prüfungsraums sagt Antworten durch. Wir beschreiben das Muster nur so weit, wie es im Bericht steht, nicht als Anleitung.

Dokumentierte Fälle

WannWoWas berichtet wurde
Juli 2023ZürichDrei Männer verhaftet; der Betrieb lief seit Sommer 2022; die Polizei trat selbst als Prüfling auf; bei Hausdurchsuchungen wurden Handys, Kameras, Hörer und Bargeld sichergestellt; gegen einen Mann wurde Untersuchungshaft beantragt
Anfang Juli 2023Mels, St. GallenEine Frau wurde in der Prüfung mit gleichartiger Ausrüstung ertappt
Oktober 2023BernZwei Männer verhaftet; seit Juni 2021 aktiv; 32 identifizierte Prüflinge; Betrug in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Luzern, Schaffhausen, Solothurn und Waadt

Das sind Medienangaben, die wir nicht an einer Gerichtsakte überprüfen konnten; die Zeitschrift nennt keine Urteile. Verhaftungen sind keine Schuldsprüche.

Was die Strassenverkehrsämter tun

Die asa sagt laut Streetlife, es gehe «längst nicht mehr um Einzeltäter». Als Massnahmen nennt der Bericht geschulte und sensibilisierte Aufsichtspersonen sowie die Diskussion über technische Geräte, die Funk- und Bluetooth-Übertragung in Prüfungsräumen stören oder erkennen. Welche Kantone das schon umsetzen, geht aus unseren Quellen nicht hervor.

Was droht den Kandidaten

  • Erschleichen eines Ausweises: Wer vorsätzlich durch unrichtige Angaben, Verschweigen erheblicher Tatsachen oder die Vorlage falscher Bescheinigungen einen Ausweis oder eine Bewilligung erschleicht, wird nach Art. 97 Abs. 1 lit. d SVG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Streetlife nennt dieselbe Norm für Fälle von Prüfungsbetrug.
  • Fahren ohne den erforderlichen Ausweis: Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, bis zu drei Jahre oder Geldstrafe. Ob ein erschlichener Ausweis als erforderlicher Ausweis zählt, ist eine Rechtsfrage für den Einzelfall; fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt.

Alle Zahlen sind Höchstgrenzen aus dem Gesetzestext (Fedlex; die SVG-Fassung, die wir lesen konnten, hat den Stand 1. April 2025). Was im Einzelfall folgt, entscheidet die Behörde oder das Gericht.

Und wer den Dienst anbietet

Für die Betreiber gilt ein anderer Rahmen als für die Kunden: Wer andere arglistig täuscht und sie so am Vermögen schädigt, begeht Betrug nach Art. 146 StGB; bei gewerbsmässigem Handeln liegt die Obergrenze bei zehn Jahren Freiheitsstrafe, die Untergrenze bei sechs Monaten. Die Berner Verhaftungen zeigen, dass auch Dienste auffliegen, die über Kantonsgrenzen hinweg arbeiten.

Der legale Weg bleibt machbar

Die Prüfung ist schwer genug, dass 2022 nach Streetlife 47’119 von 167’781 Prüfungen nicht bestanden wurden, nach eigener Rechnung rund 28 Prozent. Wer durchfällt, kann wiederholen. Vorbereitung hilft mehr als jede Abkürzung; der Ablauf steht in Führerausweis machen.

Warum gerade die Theorie

Die Theorie ist der Teil, der am wenigsten Fahrpraxis verlangt, aber am meisten Disziplin: 50 Fragen aus einem Pool von rund 300, 45 Minuten, bis zu 15 Fehlerpunkte. Wer nicht lernen will, sucht eine Abkürzung. Genau daraus entsteht das Geschäft der Hilfsdienste. Die Prüfungsbehörden antworten mit Aufsicht und, wie Streetlife berichtet, mit der Diskussion über technische Kontrollen.

Was ein Ermittlungsverfahren bedeutet

In den berichteten Fällen traten mehrere Behörden zusammen auf: Polizei, Strassenverkehrsämter, Staatsanwaltschaft. Im Berner Fall war der Dienst seit Juni 2021 aktiv und wurde im Oktober 2023 ausgehoben; die Ermittler konnten 32 Prüflinge identifizieren, die in sieben Kantonen angetreten waren. Für Kandidaten bedeutet das: Wer einmal als Kunde registriert ist, bleibt auffindbar, auch wenn die Prüfung schon Jahre zurückliegt.

Häufige Fragen

Gibt es Betrug bei der Theorieprüfung in der Schweiz?

Ja. Streetlife berichtet über Ermittlungen in Zürich, St. Gallen und Bern, bei denen Kandidaten verdeckt von aussen Hilfe bekamen. Die asa bestätigt laut dem Bericht eine klare Zunahme der erkannten Fälle. Quelle: Streetlife, Art. 97 SVG Missbrauch von Ausweisen, Erschleichen eines Ausweises; geprüft am 5. Oktober 2026.

Was droht bei Betrug in der Theorieprüfung?

Wer einen Ausweis durch falsche Bescheinigungen oder unrichtige Angaben erschleicht, wird nach Art. 97 Abs. 1 lit. d SVG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Das ist die Obergrenze; über den Einzelfall entscheidet das Gericht. Quelle: Streetlife, Art. 97 SVG Missbrauch von Ausweisen, Erschleichen eines Ausweises; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wie viele fallen durch die Theorieprüfung?

Für 2022 nennt Streetlife 167’781 Teilnehmende und 47’119 nicht bestandene Prüfungen; das sind nach eigener Rechnung rund 28 Prozent. Quelle: Streetlife, Art. 97 SVG Missbrauch von Ausweisen, Erschleichen eines Ausweises; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wie wird bei den Prüfungen kontrolliert?

Laut Streetlife wurden Aufsichtspersonen geschult und es wird über technische Geräte diskutiert, die Funkübertragungen in Prüfungsräumen erkennen oder stören. Der Bericht sagt nicht, welche Kantone sie schon einsetzen. Quelle: Streetlife, Art. 97 SVG Missbrauch von Ausweisen, Erschleichen eines Ausweises; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wo melde ich einen Prüfungsbetrugsdienst?

Dem Strassenverkehrsamt Ihres Kantons und der Polizei; online kann die Seite zusätzlich dem Bundesamt für Cybersicherheit gemeldet werden. Mehr auf der Seite Betrug melden. Quelle: Streetlife, Art. 97 SVG Missbrauch von Ausweisen, Erschleichen eines Ausweises; geprüft am 5. Oktober 2026.

Über den Autor
Geschrieben von Mark Dent auf Grundlage von Gesetzestexten, Mitteilungen der Bundes- und Kantonsbehörden und öffentlichen Berichten. Wir verkaufen, stellen oder vermitteln keine Führerausweise oder andere Dokumente und sind keine Behörde. Die Arbeitsweise steht in den Redaktionsrichtlinien; einen Fehler melden Sie über den Kontakt.