Phishing

SMS im Namen von Behörden: Phishing mit gefälschten Bussen

Kurzantwort: Strassenverkehrsämter verschicken keine SMS mit Zahlungsaufforderungen. Wer eine solche Nachricht mit Link erhält, steht vor Phishing: Die Seite dahinter verlangt Kartendaten. Das BACS rät, die Nachricht zu löschen und die Nummer zu blockieren, nichts einzugeben und sie über das Meldeformular zu melden.

Zuletzt geprüft: · Von Mark Dent

Verifiziert am 5. Oktober 2026
  • Strassenverkehrsamt und Kantonspolizei St. Gallen bestätigten im November 2024: Das Amt verschickt keine SMS, amtliche Briefe kommen per Post.
  • Das BACS berichtete 2025 über SMS-Blaster in der Westschweiz: gefälschte Parkbussen im Namen der Polizei mit Links auf Bezahlseiten.
  • Meldestellen: BACS-Formular (mit Rückmeldung), reports@antiphishing.ch (ohne Rückmeldung), Polizei bei finanziellem Schaden.

Was in den Nachrichten steht

Im November 2024 warnte die Kantonspolizei St. Gallen vor SMS mit angeblichem Absender Strassenverkehrsamt. Die Nachricht behauptete, der Strafzettel sei an die registrierte Adresse geschickt worden, die Zahlung aber noch nicht eingegangen, und forderte zum Klick auf einen Link auf, um zusätzliche Strafen zu vermeiden. Das Bundesamt für Cybersicherheit ordnete dies als Kreditkarten-Phishing ein, das seit rund einem Monat bekannt war; einige Nachrichten stammten von brasilianischen Nummern.

Nach dem St. Galler Tagblatt sagte das Strassenverkehrsamt, es verschicke «ganz sicher» keine SMS. Ein Sprecher der Kantonspolizei erklärte, das Amt verschicke weiterhin einen Brief per Post.

Die SMS-Blaster

Im September 2025 beschrieb das BACS in seinem Wochenrückblick, dass in der Westschweiz zahlreiche Meldungen über SMS mit angeblichen Parkbussen eingegangen waren. Die Täter gaben sich als Polizei aus und verwiesen auf nachgebaute Zahlungsportale, um Kreditkarten- und persönliche Daten abzugreifen. Das Besondere: Die Empfänger hatten sich kurz zuvor am selben Ort aufgehalten. Das BACS erklärt dies mit sogenannten SMS-Blastern, tragbaren Geräten, die sich als Mobilfunkstation ausgeben und Telefone in der Umgebung zum Verbinden zwingen; die SMS erreichen so Telefone, ohne dass die Täter die Nummern kennen müssen.

Smishing, Vishing, Phishing

BegriffGemeint istMerkmal laut BACS
PhishingOpfer sollen Passwörter und persönliche Informationen preisgebenGefälschte Webseiten, Links und QR-Codes
SmishingPhishing per SMSÜberzeugende Textnachrichten mit Link
VishingPhishing am TelefonGefälschte oder unterdrückte Rufnummern, Druck zu sofortigem Handeln

Das BACS beschreibt weiter, dass Täter Absendernummern verfälschen, sich in bestehende Nachrichtenverläufe einklinken und mit Konsequenzen drohen, etwa Geldverlust, rechtlichen Schritten oder gesperrten Konten.

Zwei-Minuten-Check bei einer Nachricht von «Behörde» oder «Polizei»

  • Kommt die Aufforderung per SMS oder Messenger? Dann ist sie nicht von einem Strassenverkehrsamt.
  • Führt ein Link auf eine Seite, die Kartendaten verlangt?
  • Wird Zeitdruck oder eine zusätzliche Strafe angedroht?
  • Ist die Nummer fremd, ausländisch oder in einen bestehenden Verlauf eingefügt?
  • Haben Sie wirklich eine Busse bekommen? Dann kommt der amtliche Brief per Post, und Sie können beim Amt nachfragen, ohne den Link zu benutzen.

Ein Ja genügt.

Wenn Sie schon geklickt oder Daten eingegeben haben

  1. Rufen Sie Ihre Kartenfirma an und lassen Sie die Karte sperren (BACS).
  2. Ändern Sie Passwörter, jedes für sich und stark, besonders wenn Ihr E-Mail-Konto betroffen sein kann.
  3. Haben Sie auf Anweisung ein Programm für Fernzugriff installiert, deinstallieren Sie es.
  4. Erstatten Sie bei finanziellem Schaden Anzeige bei der Polizei; Suisse ePolice nimmt Anzeigen online entgegen, wo der Kanton mitmacht.

Wo melden

StelleWofür
BACS-MeldeformularWenn Sie eine Rückmeldung wünschen
antiphishing.ch, reports@antiphishing.chNur melden, ohne Antwort
Suisse ePolice und KantonspolizeiStrafanzeige bei Schaden

Alle Meldestellen im Überblick: Betrug melden.

Warum die Masche wirkt

Die Nachrichten arbeiten mit Autorität und Zeitdruck. «Strafzettel», «noch nicht bezahlt» und «zusätzliche Strafe» rufen zwei Reaktionen hervor: Schreck und den Wunsch, die Sache schnell zu erledigen. Das BACS nennt die Drohung mit Konsequenzen als typisches Mittel. Der Link führt zu einer Seite, die einer Behördenseite nachgebaut ist und Kartendaten abfragt. Wer zahlt, zahlt keinem Amt, sondern den Tätern.

Was echte Behörden stattdessen tun

Das Strassenverkehrsamt St. Gallen und die Kantonspolizei erklärten im November 2024, amtliche Mitteilungen kämen als Brief per Post. Wer unsicher ist, ob er eine Busse erhalten hat, ruft das Amt über die Nummer von dessen eigener Webseite an oder fragt dort schriftlich nach, ohne einen Link aus der SMS zu benutzen.

Weitere Spielarten

Das BACS ordnet neben SMS auch Telefonanrufe (Vishing) und Nachrichten mit QR-Codes ein. Es beschreibt, dass die Rufnummer gefälscht oder unterdrückt sein kann und dass Fake-Absender in bestehende Nachrichtenverläufe eingefügt werden. Das bedeutet: Auch eine Nachricht, die im selben Verlauf wie frühere Nachrichten Ihrer Bank oder Post erscheint, ist nicht automatisch echt.

Häufige Fragen

Verschickt das Strassenverkehrsamt SMS mit Bussen?

Nein. Das Strassenverkehrsamt St. Gallen sagte im November 2024, es verschicke «ganz sicher» keine SMS; die Kantonspolizei bestätigte, dass amtliche Post weiterhin per Brief kommt. Quelle: St. Galler Tagblatt, BACS Wochenrückblick 36; geprüft am 5. Oktober 2026.

Was sind SMS-Blaster?

Tragbare Geräte, die sich als Mobilfunkstation ausgeben und Telefone in der Umgebung zum Verbinden zwingen. Das BACS berichtete 2025 über gefälschte Bussen-SMS in der Westschweiz, die so verteilt wurden. Quelle: St. Galler Tagblatt, BACS Wochenrückblick 36; geprüft am 5. Oktober 2026.

Was tue ich, wenn ich auf den Link geklickt habe?

Lassen Sie die Karte sperren, ändern Sie Ihre Passwörter, deinstallieren Sie Fernzugriffssoftware, falls Sie sie installiert haben, und erstatten Sie bei Schaden Anzeige (BACS). Quelle: St. Galler Tagblatt, BACS Wochenrückblick 36; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wo melde ich eine Phishing-SMS?

Über das Meldeformular des BACS, wenn Sie eine Antwort möchten, oder an reports@antiphishing.ch ohne Rückmeldung. Bei Geldverlust zusätzlich bei der Polizei. Quelle: St. Galler Tagblatt, BACS Wochenrückblick 36; geprüft am 5. Oktober 2026.

Woran erkenne ich, ob eine Busse echt ist?

Eine echte Busse kommt als Brief per Post und nennt Aktenzeichen und Behörde. Fragen Sie bei Zweifeln beim Amt nach, ohne den Link zu verwenden; eine SMS mit Zahlungslink ist nicht vom Strassenverkehrsamt. Quelle: St. Galler Tagblatt, BACS Wochenrückblick 36; geprüft am 5. Oktober 2026.

Über den Autor
Geschrieben von Mark Dent auf Grundlage von Gesetzestexten, Mitteilungen der Bundes- und Kantonsbehörden und öffentlichen Berichten. Wir verkaufen, stellen oder vermitteln keine Führerausweise oder andere Dokumente und sind keine Behörde. Die Arbeitsweise steht in den Redaktionsrichtlinien; einen Fehler melden Sie über den Kontakt.